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Kostenlos & anonym

Neustart: Psychologisches Programm zur Bewältigung
von problematischem Glücksspiel

Kostenlos, anonym, wissenschaftlich untersucht und begleitet.

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Fragen & Antworten (FAQ)

Sie haben sicher Fragen zum Programm. Häufige Fragen und Antworten haben wir unten zusammengefasst. Wir sind bestrebt, diese Liste laufend zu ergänzen. Wenn Ihre Frage in der Liste nicht auftaucht oder Sie sie nicht ausreichend beantwortet finden, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail. Unser Kontakt-Formular finden Sie unten im Footer.

Haben Sie bitte Verständnis, dass die Antwort 1-2 Tage dauern kann und wir nur Fragen beantworten, die nicht bereits unten in ähnlicher Form gestellt und beantwortet wurden.

Behaupten Sie, dass alle Spieler depressiv sind?

Nein, nicht alle Spieler haben eine behandlungsbedürftige Depression. Viele Menschen mit problematischem Spielverhalten haben jedoch emotionale Probleme wie Einsamkeit, soziale Ängste oder Schwierigkeiten mit sozialen Problemen angemessen umzugehen.

Viele dieser Probleme gehen dem problematischen Spielverhalten voran bzw. verstärken es, so dass eine Verbesserung der genannten Symptome auch das problematische Spielverhalten reduzieren kann, indem z.B. neue positive Aktivitäten aufgebaut werden. Dies konnte auch in unserer Vorstudie gezeigt werden.


Entstehen die depressiven Symptome nicht eher durch das Spielen als andersherum?

Es stimmt, dass problematisches Spielen zu neuen Problemen führt, z.B. Schulden, die auch seelische Probleme wie Niedergeschlagenheit oder Schlafstörungen hervorrufen bzw. verstärken können. Bei einer Teilgruppe von Spielern verhält es sich jedoch so, dass emotionale Probleme dem Spielverhalten vorausgingen und dieses Spielverhalten auslösen und später aufrechterhalten.

Vor allem diese Personen versuchen wir mit dem Online-Programm „Neustart“ zu erreichen. Die „Glücksritter“ dagegen (sog. „action seeker“), bei denen der Nervenkitzel sie ins Problem schlittern ließ, profitieren womöglich auch vom Retraining.


Ich finde es schlimm, dass sie versuchen, Menschen nicht vom Glücksspiel abzuhalten und die Betroffenen mit einem Lächeln weiter Ihrem Unglück entgegensteuern sollen. Was sagen Sie dazu?

Dies ist nicht das Ziel. Das Retraining soll das problematische Spiel direkt reduzieren. Es hat sich auch bereits bei der Reduktion anderer problematischer Verhaltensweisen bewährt. Durch z.B. den Aufbau neuer Aktivitäten im Rahmen des Online-Programms „Neustart“ soll das Spielen, welches eine übermäßige Bedeutung im Leben vieler Betroffener eingenommen hat, dagegen indirekt reduziert werden.

Viele der Betroffenen schaffen es am Ende, ganz auf das Spielen zu verzichten. Einigen gelingt es immerhin, das Spielen so zu reduzieren, dass weder ihre Geldbörse, noch ihre Psyche Schaden nimmt oder das Sozialleben leidet – in der Behandlung von Alkoholabhängigkeit nennt sich das „kontrollierter Konsum“. Bezogen auf das Glücksspiel könnte man also von „kontrolliertem Spielen“ sprechen.


Ich habe gesehen, dass eines Ihrer Projekte von der Automatenindustrie gesponsert wird. Daher weht also der Wind. Warum sollten die daran interessiert sein etwas gegen problematisches Spielverhalten zu unternehmen?

Wir gehen hiermit sehr offen um. Wie wir im Menüpunkt Das Team deutlich machen, haben wir uns als klinische Psychologen seit geraumer Zeit darüber Gedanken gemacht, wie man Menschen mit problematischem Glücksspielverhalten helfen kann. Seit vielen Jahren entwickeln wir niedrigschwellige Behandlungsprogramme für Menschen mit psychischen Störungen, die nicht bereit sind oder nicht die Möglichkeit haben, sich in professionelle Behandlung zu begeben. Wir haben öffentliche Geldgeber um die Finanzierung des Projekts gebeten, was jedoch abgelehnt wurde.

Aus diesem Grund sind wir aktiv auf die Automatenwirtschaft zugegangen, die gehalten ist, einen Teil ihrer Umsätze in Projekte zum Spielerschutz zu investieren. Wir sehen hier keinen Interessenskonflikt, da wir die Inhalte selbst bestimmen und an das Projekt glauben. Wir sehen die Automatenwirtschaft ebenso wie andere Branchen (Brennereien/ Brauereien, Zigarettenkonzerne) in der Verantwortung Menschen zu helfen, bei denen aus Spaß Ernst wurde. Wir freuen uns daher, dass die Automatenwirtschaft die Vorstudie finanziert hat (siehe Menüpunkt Wissenschaftliche Vorstudie), auf deren Erkenntnissen dieses Projekt aufbaut.


Ist es nicht gefährlich eine nicht Therapeuten-gestützte Behandlung durchzuführen?

Wir haben dieses Vorhaben von der Ethikkommission begutachten lassen, die keine Bedenken äußerte. Zudem zeigen viele Studien, dass Menschen von Online-Interventionen profitieren können. Dies wurde für sehr verschiedene Störungsbereiche nachgewiesen, wie z.B. Angst, Depression, Sucht und Psychose. Auch bei pathologischem Glücksspiel mehren sich entsprechende Hinweise. Eine Online-Intervention ist nicht als Ersatz zu konventioneller Therapie gedacht, sondern nach Möglichkeit als Ergänzung. Viele Betroffene lehnen es aber ab, das professionelle Hilfesystem in Anspruch zu nehmen. Hier bieten Online-Behandlungsprogramme eine überbrückende bzw. allererste Maßnahme.

Selbsthilfemaßnahmen und Online-Programme können helfen, die Symptomatik zu lindern. Auch kann das Training die Bereitschaft für eine „echte“ Therapie wecken oder zur Überbrückung auf einen Therapieplatz genutzt werden. Studien zeigen, dass eine gestützte Online-Intervention, bei der ein Therapeut im Hintergrund Fragen beantwortet bzw. assistiert, etwas wirkungsvoller ist als eine nicht-unterstützte Behandlung

Daher haben wir uns dafür entschlossen, anders als in der Vorstudie (die dennoch zu positiven Ergebnisse führte), eine begleitende Beratung (durch geschulte Mitarbeiter) anzubieten, die selbstverständlich freiwillig ist. Um am Programm teilzunehmen, muss man nirgendwo ein Gespräch führen oder sich persönlich vorstellen.


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